Kühlschrank reinigen und Gefrierfach abtauen: Schritt für Schritt
Kühlschrank gründlich reinigen, Gerüche loswerden und das Gefrierfach sicher abtauen: mit Spülmittel statt scharfer Mittel, freiem Tauwasserablauf und ohne Messer im Eis.
Ein umgekippter Joghurtbecher, der unter die Gemüseschublade gelaufen ist. Ein seltsamer Geruch, sobald man die Tür öffnet. Ein Gefrierfach, in dem die Eisschicht so dick ist, dass die Schublade nur noch mit Gewalt herausgeht. Der Kühlschrank ist das Gerät, das in der Küche am häufigsten geöffnet und am seltensten gründlich geputzt wird.
Dabei ist eine Grundreinigung keine große Sache, wenn du in der richtigen Reihenfolge vorgehst. In diesem Ratgeber erfährst du, woran du merkst, dass es Zeit ist, wie du Lebensmittel währenddessen kühl hältst, wie du Innenraum, Fächer, Dichtung und Tauwasserablauf reinigst, wie du ein Gefrierfach sicher abtaust und wie du Gerüchen vorbeugst.
Wie oft und woran du es merkst
Verschüttetes wischst du am besten sofort weg. Dann bleibt die eigentliche Arbeit überschaubar. Eine gute Gewohnheit ist ein kurzer Blick vor dem Wocheneinkauf: Reste und Abgelaufenes heraus, Fächer kurz feucht abwischen. Eine Grundreinigung ist fällig, wenn eines dieser Zeichen auftaucht:
- Es riecht unangenehm, obwohl nichts Verdorbenes zu sehen ist.
- Fächer, Schubladen oder Türablagen sind klebrig oder haben eingetrocknete Ränder.
- Unten im Kühlraum oder unter der Gemüseschublade steht Wasser.
- Im Gefrierfach hat sich eine Eisschicht gebildet, Schubladen frieren fest oder die Tür schließt nicht mehr richtig.
| Aufgabe | Wann |
|---|---|
| Verschüttetes aufwischen | sofort |
| Vorräte sichten, Fächer kurz abwischen | wöchentlich, am besten vor dem Einkauf |
| Grundreinigung mit allen Einsätzen | alle paar Monate oder bei Geruch und Flecken |
| Tauwasserablauf prüfen | bei jeder Grundreinigung |
| Gefrierfach abtauen | sobald sich eine Eisschicht gebildet hat, bei No-Frost-Geräten nicht nötig |
Wie du solche Aufgaben in einen festen Rhythmus bringst, zeigt der Ratgeber Putzplan erstellen.
Lebensmittel sicher zwischenlagern
Plane die Grundreinigung für einen Tag, an dem der Kühlschrank ohnehin fast leer ist, etwa kurz vor dem Einkauf. Dann musst du weniger auslagern.
- Kühltasche oder Kühlbox mit Kühlakkus: Lege die Akkus rechtzeitig ins Gefrierfach. Empfindliche Lebensmittel wie Milchprodukte, Fleisch, Fisch und angebrochene Speisen kommen zuerst hinein.
- Gefriergut eng zusammenpacken: Dicht aneinander gelegt und in Handtücher oder eine Decke gewickelt bleibt es länger kalt. Arbeite trotzdem zügig.
- Aussortieren: Was das Verbrauchsdatum („zu verbrauchen bis“) überschritten hat, wird entsorgt. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist dagegen kein Wegwerfdatum: Prüfe solche Lebensmittel mit Augen, Nase und einer kleinen Kostprobe. Alles, was schimmelt oder verdorben riecht, kommt weg.
Schritt für Schritt: den Kühlschrank reinigen
Für die Reinigung brauchst du keine Spezialmittel. Warmes Wasser mit etwas Spülmittel, zwei saubere Tücher, ein weicher Schwamm und für Ritzen eine weiche Bürste oder Wattestäbchen reichen. Viele Bedienungsanleitungen raten ausdrücklich von scheuernden, säure- oder lösemittelhaltigen Mitteln im Innenraum ab, weil Kunststoff und Dichtungen darunter leiden können. Desinfektionsmittel sind nicht nötig.
- Gerät ausschalten. Schalte den Kühlschrank für die Grundreinigung aus oder ziehe den Stecker, so wie es die Anleitung vorsieht. So arbeitest du sicher und das Gerät kühlt nicht gegen die offene Tür an.
- Ausräumen und Einsätze herausnehmen. Glasplatten, Gemüseschubladen und Türablagen kommen heraus. Merk dir die Reihenfolge oder mach ein Foto, dann geht das Einsetzen schneller.
- Einsätze reinigen. Wasche Kunststoffteile in der Spüle mit warmem Wasser und Spülmittel. In die Spülmaschine kommen sie nur, wenn der Hersteller das erlaubt, denn Hitze kann Kunststoff verformen. Glasplatten aus dem kalten Kühlschrank lässt du vorher auf Raumtemperatur kommen. Heißes Wasser auf kaltem Glas kann zu Spannungen führen, im ungünstigen Fall springt die Platte.
- Innenraum von oben nach unten wischen. Beginne an der Decke, dann folgen Seitenwände, Rückwand und Boden. Wringe das Tuch gut aus, damit kein Wasser an Beleuchtung, Bedienelemente oder Sensoren gelangt. Für Ritzen und Ecken nimmst du eine weiche Bürste oder ein Wattestäbchen.
- Tür und Dichtung säubern. Wische die Türinnenseite und die Halterungen der Ablagen ab und reinige anschließend die Dichtung, wie im nächsten Abschnitt beschrieben.
- Mit klarem Wasser nachwischen und trocknen. Spülmittelreste können riechen und kleben. Danach alles mit einem sauberen Tuch trocken reiben.
- Einsetzen, einschalten, abkühlen lassen. Setze die Teile wieder ein, schalte das Gerät an und warte, bis es wieder kalt ist, bevor du die Lebensmittel zurückräumst. Wie lange das dauert, steht in der Anleitung.
Die Außenseite nimmst du gleich mit: Griffe sind Stellen, die viele Hände berühren, und verdienen besondere Aufmerksamkeit. Fronten aus Edelstahl wischst du nebelfeucht in Schliffrichtung und reibst sie trocken.
| Teil | So reinigst du es | Achtung |
|---|---|---|
| Glasplatten | warmes Spülwasser, trocken reiben | erst auf Raumtemperatur kommen lassen |
| Gemüseschublade und Türablagen | in der Spüle mit Spülmittel und weichem Schwamm | Spülmaschine nur, wenn der Hersteller es erlaubt |
| Innenwände und Boden | ausgewrungenes Tuch, von oben nach unten | kein Wasser an Licht und Elektronik |
| Türdichtung | Spülwasser, Falten mit weichem Tuch, trocknen | nicht ziehen, nicht mit spitzen Gegenständen |
| Tauwasserablauf | Reinigungsstäbchen oder Wattestäbchen, wenig warmes Wasser | nicht mit Gewalt hineinstochern |
| Außenseite und Griffe | Spülwasser, Edelstahl in Schliffrichtung | keine Scheuermittel |
Türdichtung und Tauwasserablauf frei halten
Die Türdichtung
In den Falten der Gummidichtung sammeln sich Krümel, eingetrocknete Tropfen und Feuchtigkeit. Wische sie mit warmem Spülwasser und einem weichen Tuch aus, ziehe die Falten dabei nur leicht auseinander und reibe alles trocken. Spitze Gegenstände und scharfe Mittel haben hier nichts zu suchen.
Ob die Dichtung noch gut schließt, kannst du mit einem einfachen Test prüfen: Klemme ein Blatt Papier in die Tür und ziehe daran. Spürst du einen deutlichen Widerstand, liegt die Dichtung an. Rutscht das Blatt ohne Widerstand heraus, prüfe die Stelle noch einmal an mehreren Punkten. Eine beschädigte oder dauerhaft undichte Dichtung lässt warme Luft hinein, fördert Eis und Kondenswasser und sollte vom Kundendienst oder nach Anleitung ersetzt werden.
Der Tauwasserablauf
Bei vielen Kühlschränken bildet sich an der Rückwand immer wieder etwas Reif, der automatisch abtaut. Das Wasser läuft in eine Rinne und durch ein kleines Loch nach hinten ab, wo es verdunstet. Verstopft dieses Loch mit Krümeln oder Ablagerungen, sammelt sich das Wasser im Kühlraum, meist unter der Gemüseschublade.
Manche Geräte haben dafür ein passendes Reinigungsstäbchen, das in der Ablauföffnung steckt oder beiliegt. Ansonsten hilft ein Wattestäbchen. Spüle mit einer kleinen Menge warmem Wasser nach, zum Beispiel mit einer Pipette oder einer Einwegspritze ohne Nadel. Stich nicht mit Gewalt hinein. Und stelle Lebensmittel nicht direkt an die Rückwand: Sie können festfrieren und den Ablauf blockieren.
Gefrierfach und Gefriergerät abtauen
Eis im Gefrierfach wirkt wie eine Isolierschicht. Das Gerät muss stärker arbeiten, braucht mehr Strom, und es passt weniger hinein. Geräte mit No-Frost-Technik musst du nicht abtauen. Bei allen anderen ist es von Zeit zu Zeit nötig. Lies vorher die Bedienungsanleitung, denn sie sagt dir, wie das Gerät abgeschaltet wird und welche Hilfsmittel erlaubt sind.
- Ausschalten. Schalte das Gerät oder das Gefrierteil ab, wie es die Anleitung beschreibt, und öffne die Tür.
- Ausräumen. Gefriergut kommt gut verpackt in die Kühlbox.
- Wasser auffangen. Lege Handtücher auf den Boden und in das Fach, stelle bei Bedarf eine flache Schale unter. Manche Gefriergeräte haben eine Abtaurinne oder einen Ablaufstutzen.
- Abtauen beschleunigen. Wenn die Anleitung es erlaubt, stellst du eine Schüssel mit heißem Wasser auf ein Brett oder ein gefaltetes Tuch ins Fach und schließt die Tür. Das Wasser regelmäßig erneuern.
- Gelöstes Eis entfernen. Nimm Eisstücke heraus, sobald sie sich lösen. Ein Kunststoffschaber, wie er manchen Geräten beiliegt, ist erlaubt, Kraft dagegen nicht.
- Trocknen und starten. Wische das Fach aus, reibe es gründlich trocken, schalte das Gerät ein und räume das Gefriergut erst zurück, wenn die Temperatur wieder erreicht ist.
Niemals mit Messer, Schraubendreher oder Eispickel kratzen. Hinter den Wänden und Platten des Gefrierfachs verlaufen die Leitungen des Kältemittels. Ein kleines Loch genügt, und das Gerät ist irreparabel beschädigt. In vielen modernen Geräten ist das Kältemittel außerdem brennbar. Auch Föhn oder Heizlüfter verwendest du nur, wenn die Anleitung es ausdrücklich erlaubt: Wasser und Strom vertragen sich nicht, und Kunststoffteile können sich verformen.
Rechne für das Abtauen mit einigen Stunden, je nach Eisdicke und Raumtemperatur. Wenn das Eis immer sehr schnell nachwächst, kann eine undichte Dichtung oder eine zu oft und zu lange geöffnete Tür dahinterstecken.
Gerüchen vorbeugen
Die meisten Gerüche haben eine konkrete Ursache: verschüttete Flüssigkeit in einer Ecke, ein vergessener Rest hinten im Fach, offen gelagerter Käse oder Fisch, eine verschmutzte Dichtung oder stehendes Wasser durch einen verstopften Ablauf. Erst wenn diese Quellen beseitigt sind, verschwindet der Geruch wirklich.
- Lebensmittel abgedeckt oder in verschlossenen Dosen aufbewahren.
- Reste mit Datum versehen, dann wandern sie nicht unbemerkt nach hinten.
- Verschüttetes sofort aufwischen, besonders Milch und Fleischsaft.
- Die Tür nur so lange offen lassen wie nötig.
Und das berühmte Schälchen Natron? Natron kann manche Geruchsstoffe binden und einen leichten Geruch etwas abschwächen. Wunder darfst du nicht erwarten, und gegen die Ursache hilft es gar nicht. Wenn du es nutzen willst, stell es offen in ein Fach und tausche es regelmäßig aus. Was Natron sonst kann und was nicht, steht im Ratgeber Natron, Soda und Backpulver.
Die Temperatur prüfen
Zum Abschluss lohnt ein Blick auf die Temperatur. Die Anzeige am Regler ist oft nur eine Stufe und keine Gradzahl. Genauer wird es mit einem Kühlschrankthermometer: Stelle es in ein Glas Wasser auf eine mittlere Ablage und lies den Wert nach einigen Stunden ab. Das Wasser zeigt die Temperatur, die auch deine Lebensmittel haben, und schwankt nicht bei jedem Türöffnen mit.
Welcher Wert für dein Gerät vorgesehen ist, steht in der Bedienungsanleitung. Für Gefriergeräte gelten üblicherweise minus 18 Grad oder kälter. Ist der Kühlraum deutlich wärmer als angegeben, prüfe Dichtung, Beladung und die Luftzirkulation hinter dem Gerät, bevor du den Regler kälter stellst.
Typische Fehler und wie du sie vermeidest
- Eis mit spitzem Werkzeug lösen: Damit riskierst du das ganze Gerät. Geduld und warmes Wasser lösen das Eis sicher.
- Kaltes Glas heiß abspülen: Lass Glasplatten erst Raumtemperatur annehmen.
- Scharfe Reiniger und Scheuerschwämme: Sie greifen Kunststoff und Dichtung an und hinterlassen Gerüche. Spülmittel genügt.
- Zu nasse Tücher: Wasser kann in Licht und Elektronik laufen. Wringe Tücher gut aus.
- Lebensmittel zu früh zurückräumen: Warte, bis das Gerät wieder seine Temperatur erreicht hat.
- Den Ablauf vergessen: Wasser unter der Gemüseschublade ist fast immer ein Zeichen für einen verstopften Ablauf.
Häufige Fragen
Darf ich Essig zum Reinigen verwenden?
Nötig ist er nicht, Spülmittel und warmes Wasser lösen die üblichen Verschmutzungen im Kühlschrank. Viele Hersteller raten von sauren Reinigern im Innenraum ab. Halte dich an die Bedienungsanleitung deines Geräts. Und nie mehrere Mittel mischen: Die Regeln dazu stehen auf unserer Seite Sicherheit beim Putzen.
Was mache ich, wenn trotz Reinigung ein Geruch bleibt?
Prüfe Dichtung, Tauwasserablauf und die Ecken der Türablagen noch einmal gründlich und lass das ausgeschaltete Gerät eine Weile offen stehen, damit es auslüftet. Bleibt der Geruch hartnäckig, wende dich an den Kundendienst des Herstellers.
Weitere Anleitungen für Spüle, Backofen und Geräte findest du in der Rubrik Küche reinigen, Tipps zu Spültüchern und Schneidebrettern im Ratgeber Küchenhygiene.
Kurz zusammengefasst
Wische Verschüttetes sofort weg, sichte die Vorräte wöchentlich und reinige den Kühlschrank alle paar Monate oder bei Geruch gründlich. Lagere Lebensmittel in einer Kühlbox mit Kühlakkus zwischen. Reinige Einsätze und Innenraum mit warmem Spülwasser von oben nach unten, lass kalte Glasplatten vorher Raumtemperatur annehmen und trockne alles ab. Halte Dichtung und Tauwasserablauf sauber. Taue das Gefrierfach mit ausgeschaltetem Gerät, Handtüchern und warmem Wasser ab, niemals mit spitzem Werkzeug. Prüfe zum Schluss die Temperatur mit einem Thermometer.