Spülmaschine reinigen: Siebe, Sprüharme, Dichtungen und Gerüche
Siebe, Sprüharme und Türdichtung der Spülmaschine reinigen, Salz und Klarspüler richtig nutzen, Gerüche und Beläge verstehen und so sauberes Geschirr sichern.
Eine Spülmaschine reinigt jeden Tag Geschirr, und trotzdem denken viele, sie würde sich dabei selbst sauber halten. Das stimmt nur zum Teil. Speisereste landen in den Sieben, Fett setzt sich an Dichtungen und in Ecken ab, und bei hartem Wasser bildet sich Kalk. Die Folgen kennen die meisten: Gläser werden milchig, das Geschirr ist nicht mehr ganz sauber, und beim Öffnen der Tür riecht es muffig.
Mit ein paar festen Handgriffen lässt sich das vermeiden. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du Siebe, Sprüharme, Türdichtung und Innenraum reinigst, wozu Regeneriersalz und Klarspüler wirklich da sind, wie du Gerüche und Beläge einordnest und welche Fehler du beim Einräumen besser vermeidest.
Vorbereitung und Sicherheit
Bevor du in die Maschine greifst, solltest du ein paar Punkte beachten:
- Programm beenden und abkühlen lassen. Nach einem heißen Programm sind Innenraum und Heizelemente noch warm.
- Gerät ausschalten. Wenn du an der Pumpe oder unter dem Sieb arbeitest, ziehst du den Stecker oder schaltest die Sicherung aus.
- Vorsicht bei Scherben und Messern. Im Sieb landen manchmal Glassplitter. Greife nicht blind hinein und trage bei Bedarf Handschuhe.
- Anleitung bereithalten. Siebe, Sprüharme und Pumpenabdeckungen sind je nach Hersteller unterschiedlich befestigt.
Siebe reinigen: der wichtigste Handgriff
Am Boden der Maschine sitzt ein Siebsystem, meist aus einem Grobsieb, einem Feinsieb und manchmal einem Mikrosieb. Es hält Speisereste zurück, damit sie nicht wieder auf das Geschirr gespült werden oder die Pumpe blockieren.
Wie oft? Bei täglicher Nutzung etwa einmal pro Woche, mindestens aber alle zwei Wochen. Wenn du viele Reste mitspülst, öfter.
- Unteren Korb herausziehen.
- Siebe entriegeln: Meist drehst du den Siebzylinder gegen den Uhrzeigersinn und hebst ihn heraus. Das flache Feinsieb lässt sich danach abnehmen.
- Grobe Reste in den Müll geben, nicht in die Spüle, damit der Abfluss nicht verstopft.
- Unter fließendem warmem Wasser ausbürsten, am besten mit einer Spülbürste oder einer alten Zahnbürste. Fettige Siebe bekommen einen Tropfen Spülmittel.
- Die Mulde darunter mit einem Tuch auswischen und auf Fremdkörper prüfen.
- Siebe wieder einsetzen und richtig verriegeln. Ein schief sitzendes Sieb lässt Schmutz in die Pumpe.
Sprüharme kontrollieren
Die Sprüharme drehen sich während des Programms und verteilen das Wasser über Düsen. Sind diese verstopft, bleiben einzelne Bereiche des Korbs schmutzig.
- Prüfen, ob sie sich frei drehen: Drehe die Arme von Hand. Stößt etwas an, liegt meist ein Topfgriff oder ein großer Teller im Weg.
- Abnehmen: Je nach Modell sind die Arme mit einem Clip, einer Schraube oder einem Bajonettverschluss befestigt. Die Anleitung zeigt, wie.
- Düsen reinigen: Spüle die Arme unter fließendem Wasser durch und stochere festsitzende Reste mit einem Zahnstocher aus den Löchern. Spitze Metallgegenstände können die Öffnungen beschädigen.
- Kalk an den Düsen löst sich, wenn du die Arme eine Weile in warmes Wasser mit etwas Zitronensäure legst und danach gründlich abspülst.
Türdichtung, Türkante und Innenraum
Die Gummidichtung rund um die Tür und vor allem die Unterkante der Tür bekommen beim Spülen wenig Wasser ab. Genau dort sammeln sich Fett, Krümel und ein schmieriger Belag.
- Dichtung abwischen: Ein warmes Tuch mit etwas Spülmittel reicht. Fahre auch in die Falten der Dichtung.
- Türunterkante und Seitenwände außerhalb des Spülraums mit einem feuchten Tuch säubern. Eine alte Zahnbürste hilft in Ecken und Rillen.
- Körbe und Schienen gelegentlich abwischen, besonders dort, wo Reste kleben bleiben.
- Außen: Front und Bedienblende nur leicht feucht reinigen, bei Edelstahl in Schliffrichtung wischen.
Heißes Programm gegen Fett und Gerüche: Wer fast nur Eco- oder Kurzprogramme mit niedrigen Temperaturen nutzt, spart Energie, begünstigt aber Fettablagerungen und Biofilm. Lass deshalb etwa einmal im Monat ein heißes Programm laufen. Du kannst dafür einen Maschinenpfleger nach Herstellerangabe nutzen und die Maschine dabei leer laufen lassen.
Regeneriersalz und Klarspüler
Diese beiden Mittel werden oft verwechselt, haben aber ganz verschiedene Aufgaben.
Regeneriersalz gehört in den Salzbehälter am Boden der Maschine. Es ist für die eingebaute Enthärtungsanlage gedacht. Diese entzieht dem Wasser Kalk, und das Salz regeneriert sie regelmäßig. Ohne Salz wird das Wasser nicht mehr enthärtet, und Kalk lagert sich auf Geschirr und in der Maschine ab.
- Wasserhärte einstellen: Gib in der Maschine die Härte deines Leitungswassers ein, die dein Wasserversorger nennt. Nur so wird die richtige Menge Salz verbraucht.
- Nachfüllen, wenn die Anzeige leuchtet. Beim ersten Befüllen gibst du laut Anleitung meist zuerst Wasser in den Behälter.
- Kein Speisesalz verwenden. Es ist zu fein und enthält häufig Zusätze, die die Anlage stören können.
- Salz nur in den Salzbehälter, niemals in das Fach für Reiniger. Verschüttetes Salz wischst du auf oder spülst es mit einem kurzen Programm weg, weil Salzwasser Edelstahl angreifen kann.
Auch Mehrfachtabs mit Salzanteil ersetzen bei hartem Wasser oft nicht das Regeneriersalz. Prüfe dazu die Angaben auf der Packung und in der Anleitung.
Klarspüler kommt in ein eigenes Fach an der Tür und sorgt dafür, dass das Wasser im letzten Spülgang besser abläuft. Das Geschirr trocknet schneller und ohne Wasserflecken. Die Dosierung lässt sich meist in Stufen einstellen:
| Was du siehst | Mögliche Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Wassertropfen und Flecken auf Gläsern | zu wenig Klarspüler | Dosierung eine Stufe höher |
| Schlieren und klebriger Film | zu viel Klarspüler | Dosierung eine Stufe niedriger |
| weiße, abwischbare Kalkflecken | Salz fehlt oder Härte falsch eingestellt | Salz nachfüllen, Härte prüfen |
Beläge auf dem Geschirr einordnen
Nicht jeder weiße Schleier hat dieselbe Ursache. Ein einfacher Test hilft: Reibe ein milchiges Glas mit etwas Essig ab.
- Der Schleier verschwindet: Es ist Kalk. Prüfe Salz, Wasserhärte und Klarspüler.
- Der Schleier bleibt: Es handelt sich wahrscheinlich um Glaskorrosion. Dabei wird die Glasoberfläche selbst angegriffen. Das lässt sich nicht rückgängig machen. Vorbeugen kannst du mit niedrigeren Temperaturen für Gläser, kürzeren Programmen und Gläsern, die als spülmaschinenfest gekennzeichnet sind.
- Rostflecken: Sie stammen oft von Besteck, das nicht rostfrei ist, oder von beschädigten Stellen in der Korbbeschichtung. Für Körbe gibt es Reparaturlack im Fachhandel.
- Krümelige Reste: Meist sind die Siebe voll, die Sprüharme blockiert oder die Maschine zu voll beladen.
Unangenehme Gerüche loswerden
Riecht die Spülmaschine beim Öffnen muffig oder faulig, ist die Ursache meist schnell gefunden:
- Volles Sieb: Speisereste zersetzen sich, besonders bei Wärme. Sieb reinigen ist der erste Schritt.
- Geschirr steht zu lange: Wenn du nur alle paar Tage spülst, lass ein kurzes Vorspülprogramm laufen oder kratze Reste gründlich ab.
- Feuchtigkeit nach dem Programm: Lass die Tür nach dem Ausräumen einen Spalt offen, damit der Innenraum trocknet. Achte dabei auf Kinder und Haustiere.
- Stehendes Wasser am Boden: Ein wenig Restwasser im Pumpensumpf ist bei vielen Maschinen normal. Steht deutlich mehr Wasser im Spülraum, ist der Ablauf gestört.
Wenn das Wasser nicht abläuft: Reinige zuerst die Siebe. Prüfe dann, ob der Ablaufschlauch geknickt ist und ob der Anschluss am Siphon frei ist. Bei vielen Modellen sitzt unter dem Sieb eine Abdeckung, hinter der du die Laugenpumpe auf Fremdkörper wie Glasscherben oder Kerne prüfen kannst. Das machst du nur bei ausgeschaltetem Gerät und nach Anleitung. Hilft das nicht, ist ein Kundendienst die richtige Adresse.
Richtig einräumen, damit die Maschine sauber bleibt
- Grobe Reste abkratzen, aber nicht unter fließendem Wasser vorspülen. Das kostet unnötig Wasser und Energie.
- Nicht überladen. Das Wasser muss jede Fläche erreichen.
- Große Teile an den Rand, damit sie die Sprüharme nicht blockieren und nicht vor dem Reinigerfach stehen.
- Becher und Schüsseln schräg nach unten, damit kein Wasser darin stehen bleibt.
- Empfindliches gehört nicht hinein: Holzbretter, gusseiserne Pfannen, gute Messer und manche Kunststoffe nehmen Schaden. Welche Utensilien du besser von Hand spülst, steht im Ratgeber Küchenhygiene.
Wie oft welche Aufgabe?
| Aufgabe | Wie oft |
|---|---|
| Siebe ausbürsten | wöchentlich bis alle zwei Wochen |
| Türdichtung und Türunterkante wischen | etwa monatlich |
| Heißes Programm, eventuell mit Maschinenpfleger | etwa monatlich |
| Sprüharme kontrollieren | alle ein bis drei Monate oder bei schlechtem Ergebnis |
| Salz und Klarspüler | nach Anzeige |
Typische Fehler und wie du sie vermeidest
- Siebe nie herausnehmen: Die Reinigungsleistung sinkt, und es beginnt zu riechen.
- Salz ins Reinigerfach füllen: Das Salz gehört ausschließlich in den Behälter am Boden.
- Wasserhärte nicht einstellen: Dann wird zu wenig oder zu viel enthärtet.
- Nur Kurzprogramme: Fett und Biofilm bleiben, wenn nie ein heißes Programm läuft.
- Essig als Dauerlösung: Viele Hersteller raten davon ab, weil Säure Gummidichtungen auf Dauer angreifen kann. Wann Essig sinnvoll ist, erklärt der Ratgeber Essig im Haushalt.
- Reiniger mischen: Kombiniere Maschinenpfleger nicht mit anderen Mitteln, besonders nicht mit chlorhaltigen. Mehr dazu auf der Seite Sicherheit beim Putzen.
Häufige Fragen
Muss ich die Spülmaschine überhaupt reinigen, wenn sie doch spült?
Ja. Der Spülraum wird zwar bei jedem Programm durchgespült, aber Siebe, Türunterkante, Dichtungen und Sprüharme behalten Reste. Ohne Pflege nimmt die Reinigungsleistung langsam ab, und es entstehen Gerüche.
Kann ich Natron gegen Gerüche verwenden?
Ein Esslöffel Natron am Boden der leeren Maschine, gefolgt von einem kurzen Programm, kann leichte Gerüche mindern. Die Ursache, meist ein volles Sieb, beseitigt es aber nicht. Was Natron im Haushalt kann, steht im Ratgeber Natron, Soda und Backpulver.
Meine Gläser sind trotz Salz und Klarspüler milchig. Was nun?
Mach den Essigtest. Bleibt der Schleier, ist es Glaskorrosion, und das Glas lässt sich nicht mehr klar machen. Spüle neue Gläser in einem schonenderen Programm. Verschwindet er, prüfe die Härteeinstellung und ob die Enthärtungsanlage richtig arbeitet. Mehr über Kalk erfährst du im Ratgeber Wasserkocher und Kaffeemaschine entkalken.
Weitere Anleitungen findest du in der Rubrik Küche reinigen. Für die Waschmaschine gelten ähnliche Regeln, nachzulesen im Ratgeber Waschmaschine reinigen.
Kurz zusammengefasst
Reinige die Siebe der Spülmaschine jede bis jede zweite Woche, kontrolliere die Sprüharme auf verstopfte Düsen und wische Türdichtung und Türunterkante regelmäßig ab. Lass etwa einmal im Monat ein heißes Programm laufen, bei Bedarf mit Maschinenpfleger. Stelle die Wasserhärte richtig ein, fülle Regeneriersalz nur in den Salzbehälter und passe die Klarspülerdosierung an das Ergebnis an. Mit dem Essigtest unterscheidest du Kalk von Glaskorrosion. Gegen Gerüche helfen saubere Siebe, regelmäßiges Spülen und eine Tür, die nach dem Programm einen Spalt offen bleibt.