Wäsche richtig sortieren und die passende Temperatur wählen
Schluss mit rosa Hemden, eingelaufenen Pullis und grauer Weißwäsche: Wäsche nach Farbe, Material und Schmutz sortieren, richtig vorbereiten und Temperatur und Programm wählen.
Die neue rote Socke, die sich zwischen die weißen Hemden geschmuggelt hat. Der Lieblingspulli, der nach dem Waschen einem Kind passen würde. Die Handtücher, die einmal strahlend weiß waren und jetzt grau aussehen. Fast jedes Wäschemalheur hat seinen Ursprung schon vor dem Start der Maschine: beim Sortieren, beim Vorbereiten oder bei der Wahl von Temperatur und Programm.
Mit ein paar festen Regeln wird daraus Routine, die kaum Zeit kostet. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du Wäsche nach Farbe, Material und Verschmutzung sortierst, was vor dem Waschen in Taschen und an Verschlüssen zu tun ist, welche Temperatur wofür passt, was die gängigen Programme leisten und wie du die Trommel richtig belädst.
Sortieren nach Farbe
Die Farbe ist das erste Sortierkriterium, weil neue und kräftig gefärbte Textilien beim Waschen Farbstoff abgeben können. Weiße Wäsche nimmt diesen Farbstoff bereitwillig auf und vergraut mit der Zeit, wenn sie immer mit Buntem zusammen läuft.
- Weiß: Hemden, Blusen, Unterwäsche, Bettwäsche, Handtücher und Tischwäsche in Weiß. Gewaschen mit einem Vollwaschmittel, das Bleiche enthält, bleibt Weißes länger weiß.
- Hell: Pastelltöne, Hellgrau, Beige und Creme. Diese Farben vertragen keine Bleiche, nehmen aber schnell fremden Farbstoff an.
- Dunkel: Schwarz, Dunkelblau, Dunkelgrau, Braun und dunkle Jeans. Dunkle Stoffe bleichen bei hohen Temperaturen und viel Reibung aus und sehen dann schnell verwaschen aus.
- Bunt: Rot, Grün, Gelb, Orange und kräftige Muster. Wer genug Wäsche hat, wäscht Rot- und Orangetöne getrennt von Blau- und Grüntönen.
- Neue Kleidung: Neue Teile, vor allem dunkle Jeans und kräftig rote Stücke, wäschst du die ersten Male separat oder mit sehr ähnlichen Farben. Wie stark etwas ausblutet, siehst du am Wasser einer kurzen Handwäsche in einer hellen Schüssel.
Ein praktischer Weg, damit das Sortieren nicht jedes Mal von vorn beginnt: ein Wäschesammler mit zwei oder drei Fächern, in den alle im Haushalt ihre Wäsche gleich passend werfen.
Sortieren nach Material und Pflegesymbol
Innerhalb eines Farbhaufens entscheidet das Material, was zusammen in die Maschine darf. Das Pflegeetikett gibt dir die Grenze vor: Die Zahl im Waschbottich ist die Höchsttemperatur, Striche darunter verlangen ein schonenderes Programm, eine Hand im Bottich bedeutet Handwäsche. Was jedes Zeichen genau heißt, steht im Ratgeber Pflegesymbole verstehen.
- Baumwolle und Leinen: robust, vertragen höhere Temperaturen und kräftiges Schleudern, sofern das Etikett nichts anderes sagt.
- Synthetik und Mischgewebe: pflegeleicht, aber empfindlicher gegenüber Hitze. Sie knittern bei hohen Temperaturen und starkem Schleudern.
- Feines: Viskose, Spitze, Satin, zarte Blusen. Diese Stoffe brauchen wenig Bewegung und niedrige Temperaturen.
- Wolle und Seide: in ein eigenes Programm mit passendem Waschmittel oder in die Handwäsche. Details dazu im Ratgeber Wolle, Kaschmir und Seide waschen.
- Funktionskleidung: Sport- und Outdoorkleidung nach Etikett, meist bei niedriger Temperatur und ohne Weichspüler.
Achte außerdem auf Fusseln. Frotteehandtücher und neue Baumwollteile geben Fasern ab, Fleece, Cord und dunkle Synthetik ziehen sie an. Wer schwarze Sportshirts mit neuen Handtüchern wäscht, zupft hinterher lange.
Sortieren nach Verschmutzung
Die Gartenhose, die Arbeitskleidung aus der Werkstatt und das Fußballtrikot nach dem Regenspiel gehören nicht zu den Bürohemden, die nur einen Tag getragen wurden. Stark verschmutzte Wäsche braucht oft ein längeres Programm und eine höhere Dosierung, leicht verschmutzte kommt mit einem kurzen Programm bei niedriger Temperatur aus. Trennst du beides, wäschst du keine Teile unnötig lange und verteilst keinen Schmutz auf saubere Wäsche. Grober Schmutz wie getrockneter Schlamm wird vorher ausgebürstet, Flecken werden vorbehandelt.
Wäsche vorbereiten
Ein paar Handgriffe vor dem Einfüllen schützen Kleidung und Maschine:
- Taschen leeren. Ein vergessenes Papiertaschentuch verteilt sich in Flocken über die ganze Ladung, Münzen und Schlüssel können Trommel und Pumpe beschädigen, ein Lippenstift oder Kugelschreiber hinterlässt Flecken auf allem.
- Reißverschlüsse schließen. Offene Zähnchen verhaken sich in anderen Teilen und ziehen Fäden.
- Klettverschlüsse schließen. Offene Klettflächen sammeln Fusseln und rauen andere Stoffe auf.
- Knöpfe an Hemden und Blusen öffnen. Das schont Knopflöcher und Nähte. Bettbezüge knöpfst du dagegen zu, damit sich keine kleinen Teile darin verfangen.
- Auf links drehen. Jeans, dunkle Kleidung, Shirts mit Aufdruck, Strick und Funktionskleidung waschen auf links schonender, weil die Außenseite weniger Reibung abbekommt.
- Wäschenetz verwenden. Bügel-BHs, Strumpfhosen, feine Unterwäsche und kleine Teile kommen in ein Wäschenetz. Ein herausgerutschter Bügel kann die Maschine beschädigen. Schließe außerdem die Häkchen, damit sie sich nicht in anderen Teilen verfangen.
- Gürtel und Anstecker entfernen, ebenso lose Deko, die abfallen kann.
Die passende Temperatur
Die Temperatur entscheidet über Sauberkeit, Hygiene, Energieverbrauch und die Lebensdauer deiner Kleidung. Höher ist nicht automatisch besser: Den größten Teil der Energie braucht die Maschine zum Aufheizen des Wassers, und Hitze strapaziert Fasern und Farben.
| Temperatur | Geeignet für | Hinweis |
|---|---|---|
| kalt, 20 °C, 30 °C | leicht verschmutzte Alltagskleidung, dunkle und kräftige Farben, Feines, Wolle und Seide | viele moderne Waschmittel sind für niedrige Temperaturen ausgelegt |
| 40 °C | die meiste Bunt- und Alltagswäsche, Jeans, Hemden, Shirts, Sportkleidung nach Etikett | die übliche Temperatur für normal verschmutzte Kleidung |
| 60 °C | Handtücher, Unterwäsche, Bettwäsche, Geschirrtücher, Putzlappen, Waschlappen | nur wenn das Etikett es erlaubt, am besten mit Vollwaschmittel |
| 90 °C | robuste weiße Baumwolle bei starker Verschmutzung | selten nötig, nur wenn das Etikett es ausdrücklich erlaubt |
60 °C ist die bewährte Temperatur für Wäsche, bei der Hygiene eine größere Rolle spielt, also alles, was direkt mit Haut, Körperflüssigkeiten oder Küchenschmutz in Berührung kommt. Ein Vollwaschmittel mit Bleiche unterstützt dabei. Ist jemand im Haushalt krank, etwa mit einem Magen-Darm-Infekt, oder ist die Abwehr eines Familienmitglieds geschwächt, folgst du der Empfehlung deiner Ärztin oder deines Arztes, wie die Wäsche gewaschen werden soll.
90 °C brauchst du im normalen Haushalt kaum noch. Die meisten Textilien vertragen diese Hitze nicht, und viele Teile aus Baumwolle laufen bei hohen Temperaturen ein. Wenn das Etikett 90 °C erlaubt und die Wäsche stark verschmutzt ist, kann es trotzdem sinnvoll sein.
Wäschst du dauerhaft nur bei niedrigen Temperaturen, entstehen in der Maschine leichter Beläge und muffige Gerüche. Ein regelmäßiger Waschgang bei 60 °C mit Handtüchern oder Bettwäsche beugt dem vor.
Programme verstehen
Die Programme unterscheiden sich nicht nur in der Temperatur, sondern vor allem darin, wie stark die Trommel die Wäsche bewegt, wie viel Wasser einläuft und wie hoch geschleudert wird.
- Baumwolle: kräftige Trommelbewegung, viel Wasser, hohe Schleuderdrehzahl. Für robuste Wäsche aus Baumwolle und Leinen.
- Pflegeleicht oder Synthetik: weniger Bewegung, geringere Schleuderdrehzahl, kleinere Beladung. Hemden und Blusen knittern so weniger.
- Fein: sehr sanfte Bewegung, viel Wasser als Polster, niedrige Temperatur und wenig Schleudern. Für Viskose, Spitze und zarte Stoffe.
- Wolle oder Handwäsche: kaum Bewegung und niedrige Temperatur, damit Wolle nicht verfilzt. Nur für Teile, deren Etikett die Maschinenwäsche erlaubt.
- Eco 40-60: gedacht für normal verschmutzte Baumwollwäsche, die laut Etikett bei 40 oder 60 °C gewaschen werden darf. Das Programm läuft deutlich länger, arbeitet dafür mit weniger Wärme und spart Energie. Die lange Laufzeit ist Absicht und kein Fehler. Für Wäsche, bei der es dir auf Hygiene ankommt, wählst du besser das reguläre 60-Grad-Programm.
- Kurz- oder Schnellprogramm: für kleine Mengen leicht verschmutzter Kleidung, zum Beispiel ein einmal getragenes Shirt. Für volle Trommeln und richtigen Schmutz ist es zu kurz.
Welche Programme deine Maschine bietet und welche Höchstbeladung jeweils gilt, steht in der Bedienungsanleitung. Wie viel Waschmittel du nimmst und welche Sorte zu welcher Wäsche passt, erklärt der Ratgeber Waschmittel richtig dosieren.
Die Trommel richtig beladen
Eine zu volle Trommel wäscht schlecht: Die Wäsche kann sich nicht bewegen, das Waschmittel verteilt sich ungleichmäßig, und es bleiben Rückstände und Knitter. Eine halb leere Trommel verschwendet Wasser und Energie.
- Baumwollprogramm: Fülle die Trommel locker, sodass oben noch etwa eine Hand hineinpasst. Nicht hineinpressen.
- Pflegeleicht: etwa halb voll.
- Fein und Wolle: deutlich weniger, die genaue Menge nennt die Anleitung.
- Große und kleine Teile mischen: Ein einzelnes schweres Teil wie eine Badematte oder ein nasser Bademantel bringt die Trommel beim Schleudern aus dem Gleichgewicht. Kombiniere es mit kleineren Teilen.
- Bettwäsche locker einfüllen, nicht als festen Knäuel, sonst bleibt das Innere des Bezugs fast trocken.
Abfärben vermeiden
Die wichtigsten Maßnahmen hast du mit dem Sortieren schon erledigt. Diese Punkte kommen dazu:
- Nasse Wäsche nicht liegen lassen. Wenn feuchte Teile stundenlang in der Trommel oder im Wäschekorb aufeinanderliegen, kann Farbe von einem Stück auf das andere wandern. Nimm die Wäsche gleich nach dem Programmende heraus und hänge sie auf. Wie du sie am besten trocknest, liest du im Ratgeber Wäsche trocknen.
- Colorwaschmittel für Buntes. Es enthält keine Bleiche und schont die Farben.
- Farbfangtücher als Ergänzung. Sie nehmen gelösten Farbstoff aus dem Waschwasser auf. Sie sind eine Absicherung bei gemischten Ladungen, ersetzen das Sortieren aber nicht.
- Niedrige Temperatur und nicht überladen. Beides verringert die Farbabgabe.
Ist doch etwas verfärbt, trockne die betroffenen Teile auf keinen Fall. Wasche sie sofort noch einmal, solange sie nass sind. Bei weißer Baumwolle hilft oft ein Vollwaschmittel mit Bleiche bei der höchsten erlaubten Temperatur. Spezielle Entfärber kommen nur infrage, wenn Etikett und Packungsangabe es erlauben. Trage dabei Handschuhe und lüfte, mehr dazu auf unserer Seite Sicherheit beim Putzen.
Typische Fehler und wie du sie vermeidest
- Ein neues, kräftig gefärbtes Teil mit Weißem waschen: Die ersten Wäschen trennst du konsequent.
- Alles bei 40 °C im Baumwollprogramm: Feines, Wolle und Synthetik leiden unter zu viel Bewegung und zu hoher Schleuderdrehzahl. Wähle das Programm nach Material.
- Zu volle Trommel: Wäsche wird nicht sauber und knittert. Lieber zwei Ladungen.
- Pflegeetikett ignorieren: Die Höchsttemperatur ist eine Grenze, kein Vorschlag. Darüber laufen Stoffe ein, verfilzen oder verlieren Farbe.
- Taschen nicht kontrollieren: Ein einziges Papiertaschentuch genügt, um eine ganze dunkle Ladung mit weißen Flocken zu übersäen.
Häufige Fragen
Darf ich Weiß und Hell zusammen waschen?
Ja, wenn die hellen Teile farbecht sind und kein Bleichmittel vertragen müssen. Dann wählst du ein Waschmittel ohne Bleiche. Strahlend weiß bleibt Weißwäsche auf Dauer aber eher, wenn du sie ab und zu getrennt mit Vollwaschmittel wäschst.
Reichen 30 °C für Alltagskleidung?
Für leicht verschmutzte Kleidung, die kurz getragen wurde, meist ja. Handtücher, Bettwäsche, Unterwäsche und Küchentextilien wäschst du dagegen bei 60 °C, wenn das Etikett es erlaubt.
Kurz zusammengefasst
Sortiere zuerst nach Farbe in Weiß, Hell, Dunkel und Bunt und wasche neue Teile anfangs separat. Trenne innerhalb der Farben nach Material und Pflegesymbol und stark verschmutzte von leicht verschmutzter Wäsche. Leere Taschen, schließe Reiß- und Klettverschlüsse, öffne Hemdknöpfe, drehe Empfindliches auf links und nutze ein Wäschenetz. Wähle 30 oder 40 °C für den Alltag, 60 °C für Handtücher, Bettwäsche und Unterwäsche, wenn das Etikett es erlaubt. Belade die Trommel passend zum Programm und nimm nasse Wäsche sofort heraus.