Staub wischen und Staubsaugen richtig: weniger Staub, weniger Allergene, mehr Ruhe
Woher Hausstaub kommt, warum ein feuchtes Mikrofasertuch besser ist als der Staubwedel, wie du Elektronik und Holz schonend abstaubst und Staub dauerhaft reduzierst.
Kaum ist ein Regal abgestaubt, liegt schon wieder eine graue Schicht darauf. Staub ist ein ständiger Begleiter jeder Wohnung, und ganz loswerden lässt er sich nie. Aber wie viel davon herumfliegt, hängt stark davon ab, wie du putzt. Ein Staubwedel wirbelt Staub oft nur auf, damit er sich eine Stunde später an anderer Stelle wieder absetzt. Ein feuchtes Tuch und ein guter Staubsauger dagegen nehmen ihn wirklich auf.
In diesem Ratgeber erfährst du, woraus Hausstaub besteht, mit welchem Werkzeug du ihn am besten entfernst, wie du empfindliche Oberflächen schonend abstaubst, wie du richtig saugst und mit welchen Gewohnheiten weniger Staub entsteht. Für Menschen mit Hausstauballergie gibt es zusätzliche Tipps.
Woraus Hausstaub besteht
Hausstaub ist eine Mischung aus vielen kleinen Teilchen:
- Hautschuppen von Menschen und Haustieren.
- Textilfasern aus Kleidung, Bettwäsche, Teppichen und Polstern.
- Haare und Tierhaare.
- Pollen und Partikel, die von draußen hereinkommen.
- Erde und Sand von Schuhen.
- Ruß von Kerzen und Verkehr.
In diesem Staub leben Hausstaubmilben, winzige Spinnentiere, die sich von Hautschuppen ernähren. Nicht die Milben selbst, sondern ihr Kot löst bei vielen Menschen allergische Reaktionen aus. Sie mögen es warm und feucht und leben besonders gern in Matratzen, Polstern und Teppichen.
Das richtige Werkzeug
| Werkzeug | Bewertung | Tipp |
|---|---|---|
| Feuchtes Mikrofasertuch | sehr gut, bindet Staub | gut auswringen, auf Holz nur nebelfeucht |
| Trockenes Mikrofasertuch | gut für Elektronik und Bildschirme | sauber und fusselfrei verwenden |
| Staubwedel aus Federn | ungünstig, wirbelt Staub auf | höchstens für schwer erreichbare Stellen |
| Elektrostatischer Staubwedel | brauchbar, hält Staub fest | regelmäßig auswaschen oder Tücher wechseln |
| Staubsauger mit Bürstenaufsatz | sehr gut für Bücher, Lampenschirme, Lamellen | weichen Pinselaufsatz verwenden |
| Staubsauger mit Feinstaubfilter | wichtig bei Allergien | Filter regelmäßig wechseln |
Für die meisten Flächen ist ein leicht feuchtes Mikrofasertuch das beste Werkzeug. Die feinen Fasern nehmen Staub auf und halten ihn fest, statt ihn zu verteilen. Falte das Tuch zweimal, dann hast du acht saubere Seiten, die du nacheinander nutzen kannst.
Mikrofasertücher wäschst du bei 60 Grad ohne Weichspüler. Weichspüler verklebt die Fasern, danach nehmen sie kaum noch Staub auf.
So staubst du richtig ab
- Fenster öffnen, aber nicht bei starkem Pollenflug, wenn du allergisch bist.
- Von oben nach unten arbeiten: Lampen, Schrankoberseiten, Regale, Bilderrahmen, Fensterbänke, Heizkörper, Fußleisten.
- Gegenstände anheben statt um sie herumzuwischen. Unter Deko sammelt sich besonders viel Staub.
- Tuch regelmäßig wenden und bei Bedarf ausspülen.
- Zum Schluss saugen und wischen, damit herabgefallener Staub verschwindet.
Die Grundregeln für die richtige Reihenfolge erklärt der Ratgeber Effizient putzen.
Empfindliche Oberflächen
Bildschirme und Elektronik: Schalte Geräte vorher aus. Wische Fernseher, Monitore und Laptops nur mit einem trockenen, sauberen Mikrofasertuch oder einem speziellen Bildschirmtuch ab. Sprühe niemals Reiniger direkt auf ein Gerät. Für hartnäckige Flecken das Tuch leicht mit Wasser anfeuchten. Glasreiniger und alkoholhaltige Mittel können Beschichtungen von Bildschirmen beschädigen.
Holzmöbel: Lackierte Möbel wischst du nebelfeucht ab und trocknest sie danach. Geölte oder gewachste Oberflächen brauchen nur ein trockenes oder kaum feuchtes Tuch. Stehendes Wasser hinterlässt helle Ränder.
Hochglanzfronten: Verwende ein weiches, fusselfreies Tuch und wenig Wasser. Scheuernde Schwämme und trockenes Reiben mit Staubkörnern zerkratzen die Oberfläche.
Bücher: Sauge Buchrücken und Oberkanten mit dem weichen Bürstenaufsatz ab. Einmal im Jahr kannst du die Regalböden leerräumen und feucht abwischen.
Lampenschirme: Stoffschirme mit einer Fusselrolle oder dem Bürstenaufsatz reinigen, Glasschirme abnehmen und spülen. Lampen vorher ausschalten und abkühlen lassen.
Pflanzen: Große Blätter mit einem feuchten Tuch abwischen und dabei das Blatt von unten stützen. Kleinere Pflanzen kannst du lauwarm abbrausen. Saubere Blätter nehmen mehr Licht auf.
Heizkörper: Zwischen den Lamellen sammelt sich viel Staub, der bei laufender Heizung aufgewirbelt wird. Eine schmale Heizkörperbürste oder die Fugendüse des Staubsaugers hilft. Ein feuchtes Handtuch unter dem Heizkörper fängt herabfallenden Staub auf.
Lüftungsgitter und Ventilatoren: Absaugen und feucht abwischen. Bei Geräten den Stecker ziehen.
Richtig staubsaugen
Ein guter Staubsauger ist die wichtigste Waffe gegen Staub. Ein paar Regeln helfen:
- Langsam saugen. Schnelles Hin- und Herfahren nimmt weniger Staub auf als langsame, überlappende Bahnen.
- Teppiche in zwei Richtungen saugen, einmal längs und einmal quer. So holst du Staub aus allen Seiten der Fasern.
- Die richtige Düse wählen: Bürste ausgefahren auf Hartböden, eingefahren auf Teppichen. Fugendüse für Ecken und Sockelleisten, Polsterdüse für Sofas und Matratzen.
- Beutel und Filter rechtzeitig wechseln. Ein voller Beutel oder verstopfter Filter senkt die Saugleistung deutlich.
- Bürstenwalze säubern: Haare und Fäden wickeln sich um die Walze und bremsen sie. Schneide sie regelmäßig ab.
Wie oft du saugst, hängt von deinem Haushalt ab. Einmal pro Woche reicht in vielen Wohnungen, mit Haustieren, kleinen Kindern oder Allergien sind zwei- bis dreimal sinnvoll. Ein Saugroboter kann die tägliche Grundreinigung übernehmen, ersetzt aber nicht das gründliche Saugen von Ecken und Polstern.
Nach dem Saugen wischst du glatte Böden feucht. Wie das je nach Material geht, steht im Ratgeber Böden richtig wischen.
Welcher Staubsauger passt?
Für die meisten Haushalte gibt es drei Gerätetypen, die sich gut ergänzen:
Bodenstaubsauger mit Beutel oder beutellos sind die gründlichsten Allrounder. Beutelgeräte halten Staub beim Entleeren besser zurück, was für Allergiker ein Vorteil ist. Beutellose Geräte sparen Folgekosten, beim Ausleeren des Behälters entsteht aber leicht eine Staubwolke. Leere ihn deshalb am besten draußen über der Mülltonne.
Akkusauger sind leicht, schnell zur Hand und ideal für den Alltag, für Krümel in der Küche und für Treppen. Achte auf die Laufzeit des Akkus und darauf, dass der Akku austauschbar ist.
Saugroboter halten Böden zwischen den großen Putztagen sauber, besonders in Haushalten mit Haustieren. Sie brauchen freie Böden, und Kabel, Socken oder Spielzeug müssen vorher weggeräumt werden.
Wichtiger als die Wattzahl sind eine gute Saugleistung am Boden, ein dichter Filter und passende Düsen für Polster, Ritzen und empfindliche Flächen.
Staub im Schlafzimmer und Kinderzimmer
Im Schlafzimmer verbringst du viele Stunden am Stück, und dort sammeln sich besonders viele Hautschuppen und Textilfasern. Lege den Schwerpunkt auf das Bett: Bettwäsche regelmäßig wechseln, Matratze gelegentlich absaugen und unter dem Bett saugen. Im Kinderzimmer sammeln Kuscheltiere, Teppiche und offene Spielzeugregale Staub. Kisten mit Deckel und ein paar gewaschene Lieblingskuscheltiere machen das Abstauben deutlich leichter.
Weniger Staub in der Wohnung
- Schmutzfangmatten an der Tür halten Sand und Erde auf.
- Schuhe ausziehen im Eingangsbereich.
- Weniger offene Flächen: Geschlossene Schränke und Vitrinen statt vieler offener Regale verringern die Fläche, auf der sich Staub sammelt.
- Textilien waschen: Vorhänge, Kissenbezüge, Decken und Bettwäsche regelmäßig waschen.
- Richtig lüften: Kurzes, kräftiges Stoßlüften mehrmals am Tag tauscht die Luft aus, ohne dass ständig Pollen und Feinstaub hereinwehen.
- Kerzen sparsam nutzen, denn sie erzeugen Ruß, der sich als grauer Schleier an Wänden und Fenstern absetzt.
- Luftfeuchtigkeit im Blick behalten: Zwischen etwa 40 und 60 Prozent fühlt sich die Luft angenehm an. Sehr feuchte Luft begünstigt Hausstaubmilben und Schimmel.
Tipps bei Hausstauballergie
Wenn du auf Hausstaubmilben allergisch bist, lohnen sich zusätzliche Maßnahmen. Sprich bei Beschwerden mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, welche für dich sinnvoll sind.
- Staubsauger mit hochwertigem Feinstaubfilter verwenden, der Allergene zurückhält.
- Beutel draußen wechseln oder von jemand anderem wechseln lassen.
- Bettwäsche häufig waschen, mindestens bei 60 Grad, wenn das Material es erlaubt.
- Milbendichte Bezüge für Matratze, Kissen und Decke, sogenannte Encasings, halten Allergene zurück.
- Kuscheltiere gelegentlich waschen oder einige Stunden ins Gefrierfach legen und danach waschen.
- Teppiche und schwere Vorhänge reduzieren, weil sie viel Staub speichern.
- Feucht wischen statt trocken abstauben, damit keine Allergene aufgewirbelt werden.
Typische Fehler und wie du sie vermeidest
- Mit dem Federwedel arbeiten: Er verteilt Staub, statt ihn zu entfernen.
- Erst saugen, dann abstauben: Der Staub von oben landet auf dem sauberen Boden.
- Reiniger auf Bildschirme sprühen: Flüssigkeit kann ins Gerät laufen und Beschichtungen beschädigen.
- Nasses Tuch auf Holz: Wasser hinterlässt Ränder und lässt Holz aufquellen.
- Vollen Staubsaugerbeutel weiterverwenden: Die Saugleistung sinkt stark.
- Weichspüler für Mikrofasertücher: Die Tücher verlieren ihre Wirkung.
Häufige Fragen
Warum kommt der Staub so schnell wieder?
Staub entsteht ständig durch Menschen, Textilien und Luft von draußen. Wenn du trocken abstaubst oder mit dem Wedel arbeitest, wirbelst du einen Teil nur auf, und er setzt sich später wieder ab. Feuchtes Abwischen und gründliches Saugen reduzieren ihn deutlich.
Helfen Luftreiniger gegen Staub?
Luftreiniger mit gutem Filter können feine Partikel und Pollen aus der Luft filtern, vor allem in Schlafzimmern von Allergikern. Den Staub auf Möbeln und Böden ersetzen sie nicht. Regelmäßiges Abwischen und Saugen bleibt nötig.
Was hilft gegen Tierhaare auf Polstern?
Ein Gummihandschuh, mit dem du leicht feucht über das Polster streichst, sammelt Haare zu Büscheln, die du dann absaugst. Auch Fusselrollen und spezielle Tierhaarbürsten für den Staubsauger helfen. Regelmäßiges Bürsten des Tiers reduziert die Menge der Haare in der Wohnung.
Wie oft sollte ich Staub wischen?
In den meisten Haushalten einmal pro Woche. Bei Allergien, Haustieren oder an viel befahrenen Straßen ist zweimal pro Woche besser. Wie du das in deinen Alltag einbaust, zeigt der Ratgeber Putzplan erstellen. Weitere Anleitungen findest du in der Rubrik Putzen mit System.
Kurz zusammengefasst
Hausstaub besteht aus Hautschuppen, Fasern, Haaren, Pollen und Erde und ist Nahrung für Hausstaubmilben. Nimm ihn mit einem leicht feuchten Mikrofasertuch auf, statt ihn mit dem Wedel aufzuwirbeln, und arbeite von oben nach unten. Bildschirme nur trocken oder kaum feucht abwischen, Holz nur nebelfeucht. Sauge langsam in überlappenden Bahnen, Teppiche in zwei Richtungen, und wechsle Beutel und Filter rechtzeitig. Schmutzfangmatten, Schuhe aus, regelmäßig gewaschene Textilien und Stoßlüften reduzieren den Staub dauerhaft.